Jun 25, 2019

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1. Duftstoffe
2. Aromastoffe
3. Klassen organischer Verbindungen
4. Praktisch
5. Erkennen von Duft- und Aromastoffen
6. Anwendungen beschreiben und ausprobieren
7. Herstellung von Duft- und Aromastoffen
   7.1 Herstellung von Duftstoffen
   7.2 Herstellung von Aromastoffen
8. Duftseminar
9. Glossar
10. Quellen

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Herstellung/ Gewinnung

von Duftstoffen

Expression

Die Expression ist ein schonendes Verfahren, dass überwiegend zur Gewinnung von Zitrusölen und ätherischen Ölen genutzt wird. Bei anderen Verfahren, die unter Erwärmung durchgeführt werden, würden diese zerstört oder verändert werden.

Orangen, Zitronen, Grapefruits und andere Früchte besitzen in ihrer äußeren Schicht der Fruchtschale Ölbehälter. Diese werden bei der Expression zerstört, um ätherische Öle zu gewinnen. Früher wurden alle Schalen von Hand in Schwämme ausgedrückt, wenn diese gesättigt waren, wurden sie anschließend über Behältern ausgepresst. Heutzutage macht man dies maschinell, indem die Schale der ganzen Frucht in waschmaschinenartige Trommeln gegeben und dort zerraspelt wird. In diesen Trommeln ist Wasser enthalten, welches die kleinen Schalenstücke und die ätherischen Öle abspült. Danach wird die nun vorliegende Lösung zentrifugiert und gefiltert, um die ätherischen Öle zu isolieren.

Die Citrusöle können trüb erscheinen, da sie noch Reste der Fruchtwachse und Farbstoffe beinhalten. Da die in den Citrusölen enthaltenen Wachse anfällig sind für Oxidationsprozesse, können diese Öle relativ rasch nach Anbruch verderben aufgrund der Vielzahl an enthaltenen Monoterpenen. Je nach Behandlung der Früchte, aus denen das Citrusöl gewonnen wurde, kann dieses noch Insektizide und Herbizide enthalten, da diese fettlöslich sind. Öle, die durch Expression gewonnen wurden, werden häufig als Essenzen bezeichnet. Dieser Duft entspricht genau dem, der in der Pflanzenschale enthalten war, weil er weder durch Druck noch durch Hitze verändert wurde.

Enfleurage

Kalte Enfleurage

Die kalte Enfleurage ist das langwierigste, jedoch auch effektivste Verfahren zur Gewinnung von ätherischen Ölen. Man braucht dazu selbst gepflückte Blüten (die empfindlichsten) und geruchsneutrales Fett (Schweine- oder Rinderschmalz).

Als erstes werden die Blüten vorsichtig auf die vorher mit Fett bestrichenen Glasplatten gestreut. Diese werden dann in geschlossenen Räumen aufbewahrt und drei Monate lang werden die Blüten ca. täglich ausgewechselt. Nach dieser Zeit ist das Fett mit den ätherischen Ölen der Blüten gesättigt. Man nennt es dann auch Pomade. Die Anzahl der Auswechslungen ist gleich der Nummer der Pomade. Wenn die Blüten zum Beispiel 33 mal ausgewechselt wurden, heißt sie: Pomade Nr.33. Um das Duftöl zu gewinnen werden die Glasplatten mit Alkohol (Ethylalkohol) ausgewaschen, womit das Öl vom Fett getrennt wird.

Dieses Verfahren ist das schonendste und das Ergebnis übertrifft alle anderen, weshalb dieses Duftöl auch extrem teuer ist.

Warme Enfleurage

Die warme Enfleurage, auch Mazeration genannt, beschreibt einen der kalten Enfleurage ähnlichen Vorgang zur Gewinnung von ätherischen Ölen.

Das Fett und die Blüten werden verrührt und dann auf ca. 60°C erhitzt. Als nächstes werden die Blüten herausgefiltert und durch neue ersetzt. Dieser Vorgang wird wiederholt. Am Ende wird das Öl durch Alkohol vom Fett getrennt.

Dieses Verfahren ist schneller, die Qualität jedoch ist schlechter.

Extraktion

Die Extraktion ist das vorherrschende Verfahren der Duftstoffgewinnung aus natürlichen Rohstoffen. Es gibt vielfältige Extraktionsverfahren; meistens verwendet man Hexan oder Alkohol (Branntwein) als Lösungsmittel, bei einem neueren Verfahren verwendet man Kohlenstoffdioxid, bei der ältesten Methode verwendete man Fette (Enfleurage).

Hexanextraktion

Die Hexanextraktion wird zur Gewinnung von Düften aus empfindlichen Blüten genutzt, da Hitze und Dampf die Duftstoffe zerstören würden.

Die Pflanzen werden vorsichtig mit dem Lösungsmittel (Hexan, Petrolether oder Toluol) vermengt und erwärmt. Dadurch werden die Duftstoffe an das Lösungsmittel abgegeben, welches anschließend abgedampft wird. Die nun entstandene lösungsmittelfreie farbige Paste, die Farbstoffe und Wachse enthält, bezeichnet man als Concrete oder l'essence concrete. Anschließend wird das Concrete gereinigt und das Wachs durch Alkohol ausgeschieden. Nun erhält man das Absolue oder l'essence absolue, das dem Duft der jeweiligen Pflanze ähnlicher ist als bei destillierten Ölen.

Die Extraktion mit neuartigen Lösungsmitteln hat den Vorteil gegenüber der mit gebräuchlichen Lösungsmitteln wie Hexan, dass die neuartigen Lösungsmittel einen niedrigeren Siedepunkt haben (etwa bei -30 Grad Celsius)als die gebräuchlichen. Somit gehen durch die geringere Wärmeeinwirkung weniger Geruchsbestandteile verloren. Das Lösungsmittel kann nun nämlich bei Raumtemperatur verdampfen ohne das Extrakt zu beeinträchtigen.

Hochdruckextraktion oder Softact

Die Hochdruckextraktion mit natürlichen Quellkohlensäuren ist ein Herstellungsverfahren, das erst seit den 80er Jahren kommerziell genutzt wird. Es verfügen nur wenige Firmen über die Apparatur, um dieses Verfahren durchzuführen, weil man einen sehr hohen Druck (bis zu 300 bar) benötigt. Durch diesen hohen Druck und durch Wärmezufuhr erreicht man, dass das sonst gasförmige Kohlenstoffdioxid flüssig wird. Das flüssige Kohlenstoffdioxid mit den Eigenschaften eines Gases kann das Pflanzenmaterial nun genau wie die anderen Lösungsmittel durchdringen. Dieses Verfahren bietet die Möglichkeit auch hitzeempfindliche natürliche Duftstoffe zu gewinnen.

Destillation

Wasserdampfdestillation

Die Wasserdampfdestillation ist die am häufigsten angewandte Methode zur Gewinnung von ätherischen Ölen. Jedoch ist dieses Verfahren nur für weniger empfindliches Pflanzenmaterial wie zum Beispiel Hölzer, Kräuter, Wurzeln und Rinden geeignet, weil die Duftmoleküle höheren Temperaturen ausgesetzt werden und bei empfindlicheren Pflanzen könnten deren Inhaltsstoffe umgewandelt oder zerstört werden.

Das Pflanzenmaterial wird in einen Alambic gegeben, der sich auf einem Rost über siedenem Wasser befindet. Der entstehende Wasserdampf reißt die Duftmoleküle mit sich nach oben und wird anschließend kondensiert. Das Kondenswasser, Hydrolat genannt, wird in einem weiteren Behälter aufgefangen. Dieses Hydrolat ist kein gewöhnliches destilliertes Wasser, da es wasserlösliche Stoffe der destillierten Pflanze enthält. Aus diesem können also auch noch ätherische Öle gewonnen werden. Die ätherischen Öle scheiden sich aufgrund ihrer meist geringeren Dichte an der Oberfläche des Wassers ab und können dann abgeschöpft werden. Einige ätherische Öle wie zum Beispiel die des Zimtes und der Nelke setzen sich unterhalb des Wassers ab und können durch die am Behälter befindlichen Hähne abgelassen werden. Danach werden die Öle gefiltert und abgefüllt.

Wasserdestillation

Der einzige Unterschied zu der oben beschriebenen Wasserdampfdestillation bei der eher seltener verwendeten Wasserdestillation ist, dass die Pflanzenteile lose in dem kochenden Wasser schwimmen. Ansonsten fährt man wie oben beschrieben fort.

Auf diese Art werden zum Beispiel einige Zedernhölzöle gewonnen.

Attar Destillation

Die Attar Destillation wird zur Gewinnung von seltenen Blütendüften genutzt und beruht auf einer alten indischen Tradition.

Die Blüten werden in einem kupfernen Gefäß, dass mit Dung befeuert wird, durch Wasserdestillation destilliert. Anschließend wird das kondensierte Wasser samt der darin enthaltenen ätherischen Öle in einem mit ätherischen Sandelholzöl gefüllten Behälter aufgefangen. Dieser Behälter steht in einem kalten Wasserbad, damit das Attar nicht durch unnötige Wärmeeinwirkung verdorben wird. Mit diesem Verfahren kann man nicht nur eine Blütenart destillieren, sondern auch sorgsam aufeinander abgestimmte Kompositionen von unterschiedlichen Blütenarten und Gewürzen.

Nature Print

Nature Print ist eine Analysetechnik bei der Extrakte durch Chromatographie und weitere Verfahren analysiert werden, um anschließend diesen Extrakt künstlich herstellen zu können. Man versucht diesen künstlich hergestellten Extrakt dem natürlichen Vorbild möglichst ähnlich riechen zu lassen.

Quellen:5,33,34,35,36,38,48,66

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